Marzadro Liköre aus dem Trentino von cremig bis fruchtig
Marzadro Liköre sind die süße Seite der Trentiner Familienbrennerei: Sahneliköre der Reihe Crema Alpina mit Rahm aus Trentiner Milch, der Eierlikör Bellabomba, der Limoncino aus Zitronenschalen und der Haselnusslikör Noiela. Die Alkoholgehalte liegen zwischen 17 und 35 Prozent, deutlich unter denen der Grappe.
Marzadro Liköre entstehen in derselben Brennerei in Nogaredo, in der seit 1949 auch der Grappa gebrannt wird. Angesetzt werden sie mit Früchten, Nüssen, Kaffee oder Sahne, oft auf der Grundlage eigener Destillate. Bei uns findest du dreiundzwanzig Artikel dieser Linie, vom 5-cl-Fläschchen bis zur Literflasche.
Ein Kräuterbuch als Anfang
Die Likörtradition des Hauses ist so alt wie die Brennerei selbst und geht auf ein Notizbuch zurück, das Gründerin Sabina Marzadro führte.
Sabina sammelte in den Bergen rund um Brancolino, was sie brauchen konnte: Waldmeister, Latschenkiefer, Brennnessel, Wacholder, Raute. Was davon wie angesetzt wurde, schrieb sie auf. Das Heft ging später an ihren Bruder Attilio über und von ihm an dessen Kinder.
Ernst wurde es Anfang der achtziger Jahre. Der Grappa-Markt steckte in einer Krise, und die Familie antwortete mit einem Likör aus Heidelbeeren, gepflückt in Baselga di Pinè auf tausend Metern und einzeln von Hand in den Flaschenhals gefüllt. Beeren mit der Pinzette – so etwas macht man nur, wenn man es ernst meint.
Ein Likör unterscheidet sich vom Brand durch Zucker und durch das, was mit ihm angesetzt wird: Früchte, Nüsse, Kräuter, Kaffee oder eben Sahne. Der Alkohol tritt zurück und wird zum Träger statt zur Hauptsache. Bei Marzadro liegen die Liköre zwischen 17 und 35 Prozent, die Grappe dagegen zwischen 41 und 55 – ein spürbarer Unterschied im Glas.
Crema Alpina, acht Sorten mit echtem Rahm
Den größten Teil des Likörsortiments machen die Sahneliköre der Crema Alpina aus, alle mit 17 Prozent und mit Rahm aus frischer Trentiner Milch.
Nussig wird es bei der Crema Alpina Pistacchio, die blassgrün im Glas steht und nach gerösteter Pistazie duftet, und bei der Nocciola mit Haselnuss. Die Marzipan-Variante schmeckt nach Weihnachten, auch im Juli.
Fruchtig geht es bei der Walderdbeere, der Melone und der Zitrone zu, welche die Cremigkeit mit einer Spitze Säure aufbricht. Dazwischen stehen die Caffè mit deutlichem Espresso-Ton und die Salzkaramell, die aus frischer Milch gekocht wird.
Was diese Reihe trägt, ist der Rahm selbst. Er kommt aus frischer Milch aus den Trentiner Tälern, und man merkt es an der Textur: Ein Likör mit echtem Rahm legt sich rund auf die Zunge und zieht einen kurzen, sahnigen Film hinter sich her. Die tiefere Beschreibung aller acht Sorten steht unter Crema Alpina.
Bellabomba, in Italien heißt er Bombardino
Der Bellabomba ist der Eierlikör des Hauses, angesetzt aus Trentiner Milch, Eigelb und Rum, mit 17 Prozent.
In Italien kennt man ihn als Bombardino, und dort gehört er auf die Skihütte: heiß serviert, mit einer Haube Schlagsahne obendrauf, nach dem Vormittag im Schnee. Dickflüssig, warm, süß – ein Getränk, das die Finger wieder gerade macht.
Bei uns steht er in vier Größen, von der Miniatur über 200 ml und 500 ml bis zur Literflasche. Kalt aus dem Kühlschrank macht er sich zu Vanilleeis genauso gut wie über einem Stück Marmorkuchen.
Der Limoncino und die eigenwillige Noiela
Zwei Liköre fallen aus der cremigen Reihe heraus, weil sie klar sind und deutlich mehr Alkohol mitbringen.
Der Limoncino Ricetta Tradizionale entsteht als Aufguss von Zitronenschalen in Alkohol, denn das Aroma der Zitrone sitzt in der Schale und nicht im Saft. Blassgelb, leicht trüb, 35 Prozent – bewusst kräftig, weil der Alkohol das Schalenöl besser trägt. Es gibt ihn auch in klein.
Die Noiela ist der eigenwilligste der Runde: geröstete Haselnüsse auf der Grundlage von Diciotto Lune, dem achtzehn Monate gereiften Grappa des Hauses. Damit hat der Nusslikör einen Fassunterbau, den kaum ein anderer hat. 25 Prozent, bernsteinbraun, samtig und würzig.
Geröstet ist dabei das entscheidende Wort. Rohe Haselnuss schmeckt grün, erst in der Hitze entwickelt sie jene braunen Nougat-Aromen, die man aus der Konditorei kennt. Genau die fängt Marzadro in Alkohol ein. Deshalb überzeugt die Noiela auch Leute, die mit Likör sonst wenig anfangen können – unter der Nuss liegt ein Brand, den sie kennen.
Eiskalt aus dem Kühlschrank
Sahneliköre wollen kalt getrunken werden, nahe null Grad, und sie danken es mit einer Textur, die im lauwarmen Zustand verloren geht.
Stell die Flasche also ruhig ins Gefrierfach, bei 17 Prozent friert nichts ein. Ein kleines Stielglas oder ein Schnapsglas reicht, mehr als vier Zentiliter braucht niemand auf einmal. Der Limoncino verträgt die Kälte ebenso gut, während die Noiela auch bei Zimmertemperatur eine gute Figur macht.
Unser Tipp fürs Dessert: die Crema Alpina Pistacchio über eine Kugel Vanilleeis gießen, fertig ist ein Nachtisch, für den es zwei Handgriffe braucht. Auch im Espresso macht sich ein Schuss davon gut, und der Limoncino passt wunderbar zu einem Stück Zitronenkuchen. Ein geeichtes Likörglas haben wir ebenfalls da.
Der Limoncino kann noch mehr als pur: Im Prosecco wird daraus ein Aperitif, mit Soda und Minze ein Sommergetränk, und ein Schuss in den Rührteig hält die Zitrone bis zum letzten Stück Kuchen drin. Die Noiela dagegen braucht den Kühlschrank gar nicht – sie steht bei Zimmertemperatur und schmeckt im Espresso wie ein Nachtisch, den man trinken kann.
Zum Verschenken schon fertig verpackt
Wer nicht weiß, welche Sorte ankommt, greift zum Set mit mehreren kleinen Flaschen und lässt den Beschenkten selbst entscheiden.
Das Crema Alpina Miniaturset versammelt fünf Fläschchen zu je 5 cl in einem Karton mit fünf Fächern: die Sahneliköre Nocciola, Pistacchio und Limone, dazu den klaren Limoncino und den Bellabomba. Damit steckt die ganze Likörseite des Hauses in einer Schachtel – klein genug für die Handtasche, hübsch genug für den Gabentisch.
Für den Vorratsschrank gilt eine einfache Regel: Was Sahne enthält, gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank und hält dort einige Monate. Die klaren Marzadro Liköre wie Limoncino und Noiela sind da genügsamer, sie stehen bei Zimmertemperatur und verändern sich kaum. Cremig, samtig, unkompliziert – mehr Pflege brauchen die Marzadro Liköre nicht.
Und wenn dich nach dem Süßen doch die klare Seite interessiert: die Tresterbrände desselben Hauses stehen unter Marzadro Grappa, das ganze Sortiment unter Distilleria Marzadro. Probier dich einmal quer durch, dann weißt du Bescheid.