OMED Olivenöl aus einer kleinen Mühle in Andalusien
OMED ist eine Familien-Ölmühle im andalusischen Dorf Ácula, südwestlich von Granada. Die Geschwister Paula und Juande García pressen dort sortenreines natives Olivenöl extra aus Arbequina- und Picual-Oliven, geerntet im Oktober und verarbeitet am selben Tag. Das Picual gewann 2016 den Olivenöltest der Stiftung Warentest.
OMED Olivenöl kommt aus Ácula, einem Dorf in der Provinz Granada, in dem die Familie García seit 2004 eine eigene Almazara betreibt. Sortenrein gepresst, früh geerntet, mit einer Säurezahl von 0,1 – und mit einer Auszeichnungsliste, die für einen so kleinen Betrieb ungewöhnlich lang ist. Zwei Öle davon stehen bei uns im Regal.
Zwei Apotheker, eine Ölmühle, das Jahr 2004
2004 bot sich Juan de Dios García die Gelegenheit, eine kleine Ölmühle in Ácula zu kaufen. Er griff zu, und damit fing alles an.
Seine Kinder waren zu diesem Zeitpunkt weit weg vom Olivenhain. Paula studierte Pharmazie und arbeitete bei einem Großkonzern in Madrid, Juande verbrachte sein Erasmus-Jahr in Wien, ebenfalls über den Pharmaziebüchern. Als der Vater sie fragte, ob sie einsteigen wollen, sagten beide zu.
Dass zwei Apotheker eine Ölmühle übernehmen, klingt nach einem Bruch, war aber ein Glücksfall. Sie brachten mit, was in der Branche selten ist – Chemie, Analytik und die Gewohnheit, jeden Schritt zu messen. Genau so, wie Paula und Juande es an der Universität gelernt hatten, gingen sie an die Ernte, die Pressung und die Lagerung heran.
Ursprünglich stammt die Familie aus Cambil in der Provinz Jaén, dem Kernland des spanischen Olivenöls. Ein junges und dynamisches Unternehmen nennen sie sich heute selbst, und die Tradition des Vaters führen sie ausdrücklich weiter.
Wer nach Ácula fährt, kann die Mühle besichtigen. Ein Steg führt über die ganze Anlage, vorbei am Annahmehof, an der Presse und am Keller, und endet an der Verkostung. Genau so, wie Juande und Paula es geplant hatten, als sie neu bauten – wer das Öl versteht, kauft es anders.
Zwei Öle, zwei Charaktere
Von OMED führen wir zwei sortenreine Öle, und sie sind so verschieden, dass die Wahl leichtfällt.
Das Olivenöl Arbequina ist das milde. Es schmeckt nach grüner Banane und grünem Apfel, bleibt weich und bringt nur eine Andeutung Pfeffer mit. Fruchtig, sanft, leicht – dafür gedacht, feine Dinge zu begleiten, ohne sie zu übertönen.
Das Olivenöl Picual ist das würzige. Tomatenlaub, frisch geschnittenes Gras, grüne Mandel, dazu Artischocke und der pfeffrige Kitzel im Hals, den früh geerntete Oliven mitbringen. Grasig, kräftig, aufrichtig bitter – ein Öl für alles, was sich wehrt.
Sortenrein heißt, dass in der Flasche nur eine einzige Olivensorte steckt. Das meiste, was im Handel steht, ist ein Verschnitt aus mehreren Sorten und oft aus mehreren Ländern, weil sich so über die Jahre ein gleichbleibender Geschmack halten lässt. OMED Olivenöl geht den anderen Weg und lässt jede Sorte für sich sprechen, mit allem, was ein Jahrgang eben mitbringt.
Beide kommen in derselben weißen Flasche, auf welcher ein Olivenbaum gezeichnet ist – beim Arbequina in Grün, beim Picual in Pink. Das Haus macht daneben noch mehr, eine Bio-Linie aus Hojiblanca-Oliven, Weinessige aus Chardonnay und Cabernet Sauvignon, Salzblume. Bei uns stehen die beiden Klassiker.
Eine Mühle, die mit Tageslicht arbeitet
Geerntet wird von Hand, in den frühen Morgenstunden der letzten Oktoberwoche, wenn die Oliven noch grün sind. Weil die Mühle mitten zwischen den Hainen steht, liegen zwischen Baum und Presse nur wenige Stunden.
Je kürzer dieser Weg, desto weniger Zeit bleibt der Oxidation, und desto klarer bleibt die grüne Frucht am Ende im Öl. Danach lagert es vor Sauerstoff geschützt im Stahltank, bis abgefüllt wird. Die Haine reichen bis auf 700 Meter Höhe hinauf, das kühlt die Nächte und verlangsamt die Reife.
Die neue Ölmühle mit ihren über 2.000 Quadratmetern ist selbst ein Argument. Dachöffnungen nutzen den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht statt einer Klimaanlage, Glas- und Polycarbonatflächen holen so viel Licht herein, dass es tagsüber ohne Lampen geht, Regenwasser wird gesammelt, gefiltert und wiederverwendet.
2020 kam eine Anlage dazu, welche das Öl vom Tank bis in die Flasche vor Sauerstoff schützt, gefördert aus europäischen Mitteln über die Handelskammer Granada. Für ein Haus dieser Größe ist das eine große Investition, aber nichts ruiniert ein gutes Öl schneller als Luft und Licht.
Draußen gehören die Haine zu Olivares Vivos, dem Zertifikat für Olivenanbau, welcher die Artenvielfalt nachweislich zurückholt. Begrünte Gassen zwischen den Reihen, aufgeforstete Randflächen, Nistkästen, Teiche und Tränken – wissenschaftlich begleitet von SEO/BirdLife im europäischen LIFE-Programm.
Ein Testsieger und ein Erster Großer Preis
Im Februar 2016 testete die Stiftung Warentest native Olivenöle extra. Das OMED Picual gewann den Test, mit der Sensoriknote sehr gut und dem Urteil sehr ausgewogen.
Angefangen hatte die Sammlung schon früher. OMED Olivenöl stand ab 2010 sechsmal in den Olivenöl-Empfehlungen von Der Feinschmecker, der Guide Flos Olei führte das Haus 2011, 2013, 2014 und 2016. Für eine Mühle, die 2004 aus dem Nichts startete, ist das eine kurze Anlaufzeit.
Das spanische Landwirtschaftsministerium zeichnete das Picual in der Kampagne 2016/2017 als bestes Öl der Kategorie grün-bitter fruchtig aus und legte den Sonderpreis Alimentos de España obendrauf; in der Kampagne 2020/2021 folgte die zweite Ehrung. Beim Mario-Solinas-Preis des Internationalen Olivenölrats holte OMED 2017 den Ersten Großen Preis und 2013 den dritten.
2015 gelang etwas, das vorher keinem Haus gelungen war – Der Feinschmecker setzte gleich beide Sorten auf Platz 2 der Welt, das Arbequina in der milden und das Picual in der mittelfruchtigen Kategorie. Der Guide Flos Olei führte das Picual 2016 unter den zwanzig besten Ölen der Welt und hatte es 2014 schon zum besten intensiv fruchtigen Öl gekürt.
Dazu Gold bei der New York International Olive Oil Competition 2013, 2015 und 2016, Goldmedaillen bei Olive Japan 2013 und 2014, Gold beim Internationalen Olivenölpreis der Zürcher Hochschule und mehrere Gran Menzione beim Sol d'Oro. Selbst die Flasche wurde ausgezeichnet, unter anderem bei den Pentawards. Alle Achtung.
Das milde zum Fisch, das kräftige zum Grill
Wenn du dich zwischen den beiden entscheiden musst, entscheide nach dem, was auf den Tisch kommt.
Das Arbequina passt wunderbar zu Fisch, feinen Blattsalaten und allem, was zart ist – und es kann sogar ins Süße, zum Backen und in Desserts. Das Picual gehört zu Rucola und Radicchio, zu Fleisch vom Feuer, zu gebratenen Auberginen und vor allem zur Tomate, in der Suppe wie in der Sauce.
Wer beides zu Hause hat, kocht entspannter. Am schönsten schmecken beide OMED Olivenöle roh, zum Schluss über den Teller gegeben, nie in der heißen Pfanne. Dunkel und kühl gelagert halten sie ihre grüne Frucht am längsten, im Kühlschrank haben sie nichts verloren. Und wer noch weiter nach Süden schauen möchte, findet mit Nobleza del Sur einen zweiten andalusischen Erzeuger bei uns, dazu alles Spanische im Sortiment.
Und wenn du erst einmal vergleichen willst, wie unterschiedlich Öle schmecken können, dann schau in unsere Olivenöle oder direkt zu den nativen Olivenölen extra. Probier dich durch.