Schaut Nudeln aus der Familienmanufaktur in Oberschwaben
Schaut Nudeln kommen aus einer kleinen Familienmanufaktur in Andelfingen am Rande der Schwäbischen Alb. Seit 1993 macht Brigitte Schaut dort Frischei-Nudeln, Spätzle und bunte Figurennudeln von Hand, gezogen durch Bronzeformen und langsam getrocknet. Über zwanzig Sorten entstehen so, dazu Nudelsoßen aus der eigenen Küche.
Schaut Nudeln ist die Nudelmanufaktur der Familie Schaut in Andelfingen am Rande der Schwäbischen Alb. Was 1993 in einer umgebauten Garage begann, ist heute ein Betrieb mit gläserner Produktion, Hofladen und eigener Soßenküche. Die Landwirtschaft dahinter wird in dritter Generation bewirtschaftet, und genau daher kommen Dinkel, Rapsöl und die Idee, alles selbst zu machen.
1993 begann alles in einer Garage
Am Anfang standen Eier und eine Idee. Brigitte Schaut wollte die Eier der eigenen Landwirtschaft nicht einfach abgeben, sondern selbst etwas daraus machen.
1993 wurde kurzerhand die Garage zum Nudelraum umfunktioniert, dort entstanden die ersten Frischei-Nudeln. Die schmeckten so gut, dass ein kleiner Laden im Hauseingang folgte, welcher schnell mehr Zuspruch fand als gedacht. 1999 eröffnete die Familie einen richtigen Hofladen, dafür wurde der alte Schweinestall grundlegend umgebaut.
2013 kam der nächste Schritt, ein Anbau mit größeren Produktionsräumen, mehr Lager und einer eigenen Soßenküche. Heute arbeitet die Familie in dritter Generation, und Besucher können durch eine Glasscheibe zusehen, wie die Nudeln entstehen. Aus Mut, Neugier und einer leeren Garage wurde eine Manufaktur.
Der Weg dorthin war keine große Strategie, sondern eine Reihe kleiner Entscheidungen. Erst die Eier, dann die Nudeln, dann der Laden, dann die Soßen. Gewachsen ist der Betrieb immer nur so weit, wie die Familie ihn selbst tragen konnte, und genau das schmeckt man den Nudeln bis heute an. Verkauft werden sie längst nicht mehr nur im Hofladen, sondern bis nach Berlin, Düsseldorf und Frankfurt.
Über zwanzig Sorten aus Bronzeformen
Das Sortiment reicht von schlicht bis verspielt. Über zwanzig Sorten schwäbische Nudeln macht die Familie, dazu Nudelsoßen, Dinkelmehl, Brotbackmischungen und Rapsöl aus eigenem Anbau.
Die Klassiker sind die Frischei-Nudeln mit 35 Prozent frischem Ei, etwa die Frischei Spaghetti mit ihrem kernigen Biss oder die neun Millimeter breiten Frischei-Bandnudeln, welche jede kräftige Soße tragen. Bodenständiger geht es mit den Frischei Bauern Spätzle zu, dem Löffel-Partner für Linsen und Gulasch.
Verspielt wird es bei den Figurennudeln, deren Farben aus Tomaten- und Spinatpulver kommen und nicht aus dem Farbtopf. Es gibt bunte Nudeln in Herzform, bunte Glücksnudeln als Kleeblätter und zur Adventszeit bunte Weihnachtsnudeln als Sterne, Tannen und Kometen. Passend dazu kommt die Tomatensoße aus 90 Prozent Tomaten aus der eigenen Soßenküche.
Am Hofladen in Andelfingen reicht das Sortiment noch weiter, dort stehen auch Dinkelnudeln ohne Ei, Brotbackmischungen, Tees und Gewürze im Regal. Bei uns findest du die Auswahl, welche sich gut versenden lässt und in eine deutsche Küche passt. Alle Schaut Nudeln kommen in der 300-Gramm-Packung, das reicht für zwei bis drei Teller. Wer mehrere Sorten nebeneinanderlegt, sieht schnell, dass hier niemand nach Schema arbeitet, jede Form hat ihre eigene Bronzeform und ihren eigenen Charakter.
Französischer Grieß und Eier aus dem Kloster
Gute Nudeln beginnen bei den Zutaten, und die sucht die Familie mit Bedacht aus. Der Hartweizengrieß kommt aus Frankreich, weil er die Nudel kerniger macht als deutscher Grieß.
Die Eier stammen aus dem nahen Kloster Untermarchtal, der Dinkel wächst auf den Feldern, welche Lothar Schaut als Landwirtschaftsmeister bewirtschaftet. Verarbeitet wird er in der Dom-Mühle Munderkingen und der Kernmühle Unlingen, beide in der Nachbarschaft. Das Rapsöl presst die Familie aus eigener Ernte.
Der Teig läuft durch Bronzeformen, welche der Nudel ihre fein raue Oberfläche geben, an welcher später die Soße hält. Danach trocknet sie langsam, ganz nach Wetterlage. Die Spaghetti nennt die Familie ihr Sensibelchen, denn allein das Trocknen dauert drei Tage, von der ersten Handbewegung bis zur fertigen Packung vergeht fast eine Woche. Bei schwülem Wetter macht die Nudel gar nicht erst mit.
Der hohe Eianteil ist der zweite Grund für den Geschmack. 35 Prozent frisches Ei stecken in den Frischei-Nudeln, bei den Bauern Spätzle sind es 20 Prozent, und frisch heißt hier wirklich frisch, kein Eipulver. Kernig, goldgelb und aromatisch kommen die Nudeln deshalb aus dem Topf, und nach zehn bis zwölf Minuten sind sie al dente.
Zeit für das B'sondere
Der Leitsatz der Manufaktur lautet „Zeit für das B'sondere", und er beschreibt genau das, was den Unterschied macht. Wer schnell produziert, trocknet heiß und in Stunden statt in Tagen.
Hier passiert das Gegenteil. Die Rohstoffe kommen so weit wie möglich aus der Region oder vom eigenen Hof, verarbeitet wird in kleinen Mengen und von Hand. Was in die Nudel kommt, lässt sich benennen, Hartweizengrieß, frische Eier, für die bunten Sorten Tomaten- und Spinatpulver.
Diese Haltung kommt aus der Landwirtschaft, aus welcher der Betrieb stammt. Wer selbst sät und erntet, weiß, wie lange gute Dinge brauchen. Die gläserne Produktion passt dazu, denn wer nichts zu verbergen hat, lässt die Leute zusehen.
Kurze Wege gehören ebenfalls dazu. Die Eier kommen aus der Nachbarschaft, der Dinkel vom eigenen Feld, die Mühlen liegen wenige Kilometer entfernt. Was regional erzeugt werden kann, wird regional erzeugt, und der Rest wird dort gekauft, wo die Qualität stimmt. Deshalb steht auf der Packung Frankreich, wenn es um den Grieß geht, und Oberschwaben bei allem anderen.
Wer sich selbst ein Bild machen will, fährt nach Andelfingen in die Holzbachstraße und schaut durch die Scheibe zu. Das ist die ehrlichste Auskunft, welche eine Manufaktur geben kann, und sie erklärt besser als jedes Siegel, warum diese Nudeln kosten, was sie kosten.
Vom Sonntagsbraten bis zum Mitbringsel
Für einen deftigen Teller sind die Bandnudeln und die Bauern Spätzle die richtige Wahl, sie tragen Gulasch, Rouladen und dunkle Bratensoßen. Zu Linsen mit Saitenwürstle gehören die Spätzle ohnehin. Kernig, bissfest und würzig zeigen sie sich unter einer dunklen Soße von ihrer besten Seite, so wie es die schwäbische Küche seit jeher hält.
Wer schnell etwas Gutes auf den Tisch bringen will, greift zu den Frischei Spaghetti und der Tomatensoße aus demselben Haus, in kaum zehn Minuten steht das Essen bereit. Die bunten Figurennudeln sind das essbare Mitbringsel, für den Valentinstag die Herzen, fürs neue Jahr die Kleeblätter, für den Advent die Sterne und Tannen.
Kinder mögen die bunten Formen ohnehin am liebsten, und nebenbei kommt mit dem grünen Teig ein wenig Spinat mit auf den Teller.
Wer die Schaut Nudeln einmal probiert hat, merkt schnell, warum sich der Umweg über eine kleine Manufaktur lohnt. Es ist der Biss, die Farbe und der volle Eigeschmack, den industrielle Ware so nicht hinbekommt. Wenn du danach Lust auf italienische Eierpasta bekommst, findest du sie bei Cipriani Food. Probier dich durch, es lohnt sich.