Rue Traversette Gemüse-Conserverie aus dem Languedoc
Rue Traversette ist eine kleine Conserverie im Hérault, in der Stéphane Strobl seit 2005 Gemüse, Kräuter und Früchte zu vegetarischen Aufstrichen einkocht. Rund zehn Leute schneiden von Hand, kochen in Kesseln und geben den Gläsern Namen, die man sich merkt. Wir führen 24 davon.
Rue Traversette ist eine französische Gemüse-Conserverie aus dem Languedoc, die vegetarische Brotaufstriche, Senf, Vinaigrettes und fertige Salate herstellt. Gegründet hat sie Stéphane Strobl im November 2005, heute arbeitet er mit einem Team von rund zehn Leuten in Saint-André-de-Sangonis im Département Hérault. Was die Marke ausmacht, ist die Verbindung aus ernsthaftem Handwerk und einer Freude an Wortspielen, die im französischen Lebensmittelhandel selten geworden ist.
Eine Zitrone aus Marokko und ein Straßenname
Am Anfang standen eingelegte Zitronen. Stéphane brachte sie aus Marokko mit, konnte sie nicht vergessen und beschloss, sie selbst einzulegen.
Bis dahin verkaufte er Korken an die Winzer der Gegend, ein Beruf, der ihn durch jedes Weingut der Umgebung führte und ihm beibrachte, was einen guten Rohstoff ausmacht. Für den Wechsel ging er in die Lozère, lernte dort das Handwerk der Konservierung und baute anschließend sein erstes eigenes Labor auf.
Die Salzzitrone blieb ihm dabei so wichtig, dass sie bis heute im Sortiment steht und außerdem in einer der Tartines wiederkehrt. Sie ist gewissermaßen das Gründungsdokument dieser Firma, eingelegt in Olivenöl.
Das stand in der Rue de la Traversette in Saint-Pons-de-Mauchiens, einem Dorf zwischen Béziers und Montpellier, Hausnummer 25. Die Straße gab der Marke ihren Namen, und der ist geblieben, obwohl die Firma längst woanders sitzt. Wer heute Rue Traversette liest, liest also eine Adresse, die es so nicht mehr gibt.
Tartines, Senf, Vinaigrettes und Salate
Das Herzstück des Sortiments sind die Tartines, streichfähige Gemüsezubereitungen zwischen Aufstrich, Dip und Chutney, die in Frankreich zum Apéro gehören wie das Baguette.
Eine Linie führt quer durch Frankreich: die Tartine en Bretagne mit Artischocke und Cidre, die Normandie mit Rotkohl und Calvados, die Tartine au Pays Basque mit Piquillo-Paprika, dazu Provence und Languedoc. Jede übersetzt eine Region in ein Glas, mit den Zutaten, für die sie steht.
Würzig, fruchtig, herzhaft, so verteilen sich die Rollen über das Sortiment, und kaum ein Glas schmeckt wie das andere. Wer einmal durchprobiert hat, merkt schnell, dass hier niemand eine Grundmasse abfüllt und nur die Gewürze wechselt.
Daneben stehen die puren Gemüsecremes aus Tomate, Artischocke, Aubergine, Paprika, Knoblauch und schwarzer Olive, die du bei uns unter den Gemüseaufstrichen und Cremes findest. Dazu kommen zwei französische Senfsorten, cremige Vinaigretten und die eingelegten Salzzitronen, mit denen alles begann.
Die fertigen Salate aus Kichererbsen und Linsen sind zusammen mit Pierre Augé entstanden, dem Koch aus dem nahen Béziers, der 2010 im Finale der ersten Staffel von Top Chef stand und den Wettbewerb 2014 gewann. Unser meistgekaufter Artikel des Hauses ist der Kichererbsensalat im Glas.
Von Hand geschnitten, im Kessel gekocht
Rue Traversette arbeitet bewusst in kleinen Mengen. Das Gemüse wird von Hand geschnitten, in Kesseln gekocht und anschließend sanft pasteurisiert, damit die einzelnen Zutaten erkennbar bleiben.
Genau das schmeckst du beim ersten Löffel: In den Gläsern liegen Stücke, kein Mus. Tomate bleibt Tomate, Karotte bleibt Karotte, und die Gewürze sitzen daneben statt darüber. Es ist eine Küche, die dem Rohstoff zutraut, für sich selbst zu sprechen.
Konservierungsstoffe, Farbstoffe und künstliche Aromen kommen nicht ins Glas, und glutenfrei sind die Zubereitungen ebenfalls. Tierisches steckt nicht darin, mit einer Ausnahme: In einigen Rezepturen rundet etwas Honig ab. Die Aufstriche sind deshalb durchgehend vegetarisch, aber nicht alle vegan, und wir schreiben es bei jedem Produkt dazu.
Diese Arbeitsweise setzt der Größe eine Grenze, und das ist so gewollt. Von Hand schneiden lässt sich nun einmal nicht beliebig hochskalieren, und wer in Kesseln kocht statt in Anlagen, kocht kleinere Chargen. Der Preis dafür steht auf dem Etikett, der Gewinn steckt im Glas.
Im Sommer stammen bis zu 80 Prozent des verarbeiteten Gemüses aus der Region, oft von Erzeugern, die Stéphane noch aus seiner Zeit als Korkhändler kennt.
L'esprit franchouillard, die Reihe mit den frechen Namen
Seit 2011 sammelt Stéphane seine Wortspiele in einer eigenen Linie, die er L'esprit franchouillard nennt, was sich ungefähr mit urfranzösischer Geist übersetzen lässt. Jedes Jahr kommen neue Namen dazu.
Die Tartine jolies fesses heißt nach einem alten französischen Spruch über Karotten, und der Hersteller lässt das Gemüse auf dem Etikett gleich selbst sprechen: „Ich mache liebenswürdig und gebe hübsche Farben, ich bin die Karotte." Die Tartine La Magnifigue trägt ein g mitten im Wort, weil sich in magnifique die figue geschmuggelt hat, die Feige, von der rund 5 Prozent im Glas stecken.
Beim Geschenkset im Wurstnetz steht der Hausspruch auf dem Etikett: „Sauvez un cochon, mangez une tartine", rette ein Schwein, iss ein Brot. Man kann das albern finden. Man kann aber auch anerkennen, dass hier jemand seit über zwanzig Jahren beweist, dass Sorgfalt und Humor sich nicht ausschließen.
Vom Garagenbetrieb zum ausgezeichneten Handwerk
Als wir Stéphane vor über 15 Jahren kennenlernten, wurde noch zu dritt in einer Garage produziert. Und wir meinen wirklich eine Garage, wenn auch die sauberste und aufgeräumteste, die uns je untergekommen ist.
2015 zog der Betrieb in einen Neubau im Tal des Cœur d'Hérault, mit richtiger Küche und eigenem Büro. Was gleich geblieben ist, sind die Qualität der Grundzutaten und die Sorgfalt bei der Verarbeitung. Gewachsen ist vor allem die Reichweite: Heute liefert Rue Traversette an mehr als 600 Verkaufsstellen.
Im Juni 2026 hat die Handwerkskammer des Hérault Stéphane mit dem Artinovart's-Preis in der Kategorie Entrepreneur responsable ausgezeichnet, für die regionale Beschaffung, den Weg Richtung Null Abfall und eine nachhaltigere Produktion. Eine schöne Bestätigung für einen, der einmal mit einem Glas marokkanischer Zitronen angefangen hat.
Wenn du das Haus kennenlernen willst, fang mit einer milden Creme an und arbeite dich zu den kräftigen vor. Die Karottencreme und das Kichererbsenpüree sind freundliche Einstiege, die schwarze Olive und der baskische Paprika die Prüfsteine. Und wer verschenken möchte, nimmt das Dreierlei im Wurstnetz, bei dem schon das Auspacken für gute Laune sorgt.
Bei uns findest du 24 seiner Gläser und Flaschen, von den fertigen Salaten bis zum Geschenkset. Köstliches aus dem Süden Frankreichs. Du wirst es schmecken.