Alpe Pragas macht Fruchtaufstriche in den Dolomiten
Alpe Pragas ist eine Südtiroler Frucht-Manufaktur in Prags auf rund 1250 Metern, gegründet 1997 von Stefan Gruber. Rund hundert Fruchtaufstriche, Bio-Konfitüren, Chutneys, Mostarde und Sirupe entstehen hier, von Hand geputzt und unter Vakuum bei 70 Grad nur wenige Minuten eingekocht. Keine Fabrik, sondern ein Betrieb mit dreizehn Leuten.
Alpe Pragas ist eine Frucht-Manufaktur aus dem Pragser Tal in Südtirol, gegründet 1997 von Stefan Gruber. Auf rund 1250 Metern in den Dolomiten entstehen Fruchtaufstriche mit 75 Prozent Frucht, dazu Bio-Konfitüren, Chutneys, Mostarde und Fruchtsirupe. Wir kennen die Manufaktur seit über zwanzig Jahren und waren mehrmals selbst vor Ort, in der Produktion wie auf den Feldern.
1997, Stefan Grubers erste Gläser in einer Toblacher Garage
Angefangen hat alles auf dem Oberdorner Hof in Prags, dem Hof der Eltern, wo eigentlich die Kühe das Sagen hatten.
Stefan Gruber, Jahrgang 1975, wuchs dort als einziger Sohn neben vier Schwestern auf und verlor die Eltern mit neun Jahren. Der Hof wäre ihm zugefallen, doch statt auf Vieh setzte er auf Obst. 1994 kam er aus Australien zurück und pflanzte Erdbeeren, Himbeeren und schwarze Johannisbeeren auf 1250 Metern, wo bis dahin niemand Beeren erwartet hätte.
So lange tüftelte er am Rezept, bis seine Marmelade genau so schmeckte, wie er sie sich vorstellte: fruchtig, ehrlich, mit wenig Zucker. 1997 gründete er daraus die Manufaktur, die ersten Gläser entstanden in einer Garage im nahen Toblach. Seit 2003 wird in Prags produziert, 2010 kam eine Erweiterung dazu.
Der Name verweist auf das Pragser Tal, das mit dem Pragser Wildsee zu den schönsten Ecken der Dolomiten zählt. Genau hier, hoch über dem Trubel, liegt die Manufaktur, und die Berge ringsum prägen bis heute Klima, Wasser und Charakter der Früchte.
Heute führt Stefan die Manufaktur zusammen mit seiner Frau Karo, die im Unternehmen das Marketing verantwortet, und den vier Kindern, drei Mädchen und einem Jungen. Dreizehn Leute arbeiten im Betrieb, und aus dem kleinen Anfang ist ein Familienunternehmen geworden, das seinem ersten Versprechen treu geblieben ist: die Frucht muss man schmecken. Jede neue Sorte muss denselben Anspruch erfüllen wie die erste Erdbeermarmelade von damals, sonst kommt sie gar nicht erst ins Glas.
Rund hundert Sorten aus einer Frucht-Manufaktur
Rund hundert Erzeugnisse hat Alpe Pragas im Programm, vom Frühstücksglas bis zur würzigen Begleitung für Käse und Fleisch.
Die klassischen Fruchtaufstriche reichen von der Marille über die Erdbeere bis zur herbstlichen Quitte und der edlen Feige. Jede Sorte trägt ihren lateinischen Namen auf dem Etikett, Alba für die Marille, Fragola für die Erdbeere, Myrtillus für die Heidelbeere.
Dazu kommen die zarten Bio-Konfitüren wie die Bio-Erdbeere, das festliche Hugo-Gelee mit Holunderblüte und Sekt, würzige Chutneys wie das Mango Chutney und fruchtige Sirupe wie der Marille-Fruchtsirup. Fruchtnektar und Smoothies gehören ebenfalls zum Programm der Manufaktur.
Viele Sorten gibt es in mehreren Größen, vom kleinen 110-Gramm-Glas zum Probieren über die praktischen 335 Gramm fürs tägliche Frühstück bis zum großen 600-Gramm-Glas für Vielstreicher. Dazu fein passierte Aufstriche ohne Stückchen, Mostarde für die Käseplatte und Sirupe für Limonaden und Cocktails.
Jede Sorte hat ihren eigenen Charakter. Die Heidelbeere Myrtillus schmeckt dunkel und waldig, die Brombeere herb-süß, die Erdbeere sonnig und rund. Im Winter kommen festliche Sorten wie der Weihnachtstraum dazu, im Sommer leichte Kompositionen mit Limette oder Minze. Langweilig wird das Frühstück so nie. Was davon gerade vorrätig ist, siehst du unten im Raster.
Von Hand geputzt, bei 70 Grad unter Vakuum eingekocht
Hinter jedem Glas steckt viel Handarbeit, und genau das schmeckt man in jedem Löffel.
Seit 1994 baut die Familie selbst an: Die Setzlinge werden von Hand gepflanzt, die Felder bis zur Ernte mehrmals gejätet und mit Quellwasser der Dolomiten bewässert. Im Bergklima auf 1250 Metern reifen die Früchte länger und entwickeln ein intensiveres Aroma. Reif geerntet, werden sie von fleißigen Händen geputzt, entsteint und geschnitten. Seit 2011 wächst auf den eigenen Feldern ausschließlich Bio-Obst, zertifiziert unter ABCERT IT Bio 013.
Eingekocht wird nur kurz und schonend: Die Frucht wird auf 70 Grad erwärmt und wenige Minuten unter Vakuum eingekocht, dann kommt alles in die typischen eckigen Gläser. So bleiben Farbe und Aroma erhalten, und es entsteht jene dichte Konsistenz, die sich streichen lässt, ohne vom Brot zu rutschen.
Die klassischen Aufstriche haben 75 Prozent Frucht, die Bio-Konfitüren 65 Prozent, ganz ohne künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe. Auch Glukosesirup und synthetische Geliermittel bleiben draußen. Was im Glas landet, ist Frucht, Zucker, Zitronensaft und Apfelpektin, mehr nicht. Was nicht von den eigenen Feldern kommt, stammt von ausgewählten Partnern, die denselben Anspruch teilen.
Selbst die typischen eckigen Gläser sind Teil der Handschrift: Wer eines im Regal stehen sieht, erkennt die Manufaktur sofort wieder.
Das Ziel heißt Eco Manufactory bis 2027
Alpe Pragas denkt über den nächsten Sommer hinaus und hat sich ein klares Ziel gesetzt.
Bis 2027 soll die Produktion CO2-neutral sein. Moderne Anlagen werden mit traditioneller Handarbeit verbunden, um so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Abfall wird reduziert, der Einsatz von Energie und Wasser laufend optimiert, die Verpackung kommt ohne Plastik aus. Der Anspruch ist, eine echte Eco Manufactory zu sein, eine grüne Produktion mit Verantwortung für Umwelt und kommende Generationen.
Anerkennung gibt es längst über Südtirol hinaus. Der italienische Genussführer Gambero Rosso führt Alpe Pragas als Feinkost-Produzenten, und auf der Genussmesse Pitti Taste in Florenz ist die Manufaktur regelmäßig als Aussteller vertreten. Geliefert wird nach ganz Italien und in fünfzehn weitere Länder, an Feinkosthandel, Hotellerie und Spitzengastronomie.
Wer in Prags vorbeischaut, kann das alles erleben. In der Frucht-Boutique vor Ort darf man die Aufstriche verkosten und der Produktion über die Schulter schauen. Für uns ist diese Offenheit ein Grund, warum wir der Manufaktur seit über zwanzig Jahren die Treue halten.
Viele Gäste verbinden den Besuch mit einer Wanderung am nahen Pragser Wildsee. So wird aus einem Glas Konfitüre eine kleine Reise in die Dolomiten, und genau dieses Stück Südtirol bringen die Aufstriche aufs heimische Frühstücksbrett.
Die Marille zum Sonntagsfrühstück
Wenn du Alpe Pragas neu für dich entdeckst, ist die Marille der Klassiker des Hauses und ein guter Anfang.
Die Marille auf einem frischen Butterbrot ist das Sonntagsfrühstück schlechthin. Zu Käse und kaltem Braten gehört das würzige Mango Chutney, und für den Apéro mischt man mit dem Hugo-Gelee ein Stück Sommer ins Glas.
Als Geschenk taugt ein kleines 110-Gramm-Glas immer, und für Kinder sind die fein passierten Sorten ohne Stückchen ideal. Die herbstliche Quitte und die edle Feige wiederum gehören auf jede gute Käseplatte.
Auch beim Backen sind die Aufstriche ein Gewinn: als Füllung für Krapfen und Plätzchen, unter dem Streusel im Obstkuchen oder einfach über Vanilleeis und Joghurt gelöffelt. Ein Glas, viele Möglichkeiten.
Wer österreichische Spezialitäten aus der Nachbarschaft mag, wird auch bei Erich Stekovics fündig, ebenfalls ein Familienbetrieb mit Liebe zur Frucht. Und wer sich durch das Sortiment von Alpe Pragas arbeitet, merkt schnell: Die Frucht gibt hier den Ton an, nicht der Zucker.