Fangst, Nordic Canned Seafood aus Kopenhagen
Fangst ist eine kleine dänische Manufaktur für nordische Fischkonserven, 2018 in Kopenhagen gegründet von Martin, Rasmus und Mikkel. Sie holen feinsten Fisch und Schalentiere aus nordischen Gewässern in schön gestaltete Dosen. Kein Ersatz für Sardinen oder Thunfisch, sondern der Norden in Reinform, fertig zum Öffnen und Teilen.
Fangst steht für nordische Fischkonserven, die das südeuropäische Conservas-Handwerk in den Norden holen. Fangst heißt auf Dänisch und Norwegisch schlicht Fang. Aus Ostseesprotten, Hering, Färöer-Lachs, Forelle und Muscheln aus dem Limfjord macht die Manufaktur in Kopenhagen kleine Delikatessen, eingelegt in kaltgepresstem Rapsöl von der Insel Bornholm. Die Texte auf den Dosen sind ehrlich, schlicht, nordisch. So schmeckt der Norden, unkompliziert und gut, ganz ohne Topf und langes Kochen. Bei uns findest du alle elf Dosen an einem Ort.
2018, drei Dänen und eine alte Idee
Fangst begann 2018 als Idee dreier Freunde, die den Reichtum der nordischen See wieder in die Dose bringen wollten, so wie man es im Süden seit jeher tut.
Martin wuchs in einer Familie von Biologen, Vogelbeobachtern und Fischzüchtern auf, sein Vater baute eine Forellenzucht von Weltrang im dänischen Süßwasser auf, und der kleine Martin durfte oft mit. Rasmus verbrachte seine Kindheit an den Muschelbänken der Ise- und Roskilde-Fjorde und wollte schon immer mehr über die essbare Natur, Flora und Fauna wissen. Mikkel, ein erfahrener Koch und Autor des Kochbuchs Gone Fishing, tüftelte die ersten Rezepturen aus.
In Spanien und Portugal füllt man feinste Fische selbstverständlich in schöne Dosen, im Norden war diese Kunst fast vergessen. „Wir glaubten, die Menschen würden mehr Fisch essen, wenn er leicht verfügbar und einfach zu servieren wäre", sagt Mitgründer Martin Bregnballe. Vor gut 100 Jahren säumten Konservenfabriken die Küsten Skandinaviens und norddeutsche Städte wie Kiel, dann geriet das Handwerk in Vergessenheit.
Teils kommen die drei aus der Sterneküche, alle teilen sie dieselbe Leidenschaft, den Reichtum der nordischen Meere in seiner besten Form erlebbar zu machen. Ihre Dosen sind für sie kein bloßes Produkt, sondern Ausdruck einer bewussten, regionalen Lebensweise. Die Seebären holen ein altes Handwerk zurück, mit Respekt vor der Natur. Den Namen Fangst wählten sie bewusst, er passt zu Menschen, die selbst hinausfahren, sammeln und ernten, in Wasser, Feldern und Wäldern des Nordens.
Von der Sprotte bis zur Herzmuschel
Das Sortiment reicht von kleinen Ostseesprotten über Lachs und Hering bis zu Muscheln aus dem Limfjord, elf Dosen sind bei uns gelistet, die kleineren wiegen 100 g, die größeren 110 g.
Die Sprotte, dänisch Brisling, gibt es in drei Charakteren: mild mit Heidekraut und Kamille, kräftig geräuchert oder gesalzen und getrocknet mit Nelke und Piment. Dazu kommt der geräucherte Hering aus der Norwegischen See, über Buchenholz veredelt, rauchig, würzig, herzhaft, den man seit dem Mittelalter das Silber der See nennt.
Vom Färöer-Lachs gibt es drei Versionen, kurz gegrillt, fruchtig mit Sanddorn oder über Buchenholz geräuchert, dazu die zarte geräucherte Forelle aus dänischem Süßwasser. Aus dem Limfjord kommen marinierte Miesmuscheln mit Dill und Fenchel, ihre rauchige Schwester und die feinen, herzförmigen Herzmuscheln, eine kleine Delikatesse.
Jede Dose ist eine Mahlzeit für sich, als Vorspeise, als Snack oder als Teil einer Tapas-Platte. Du brauchst nur zu öffnen, den Rest hat die Manufaktur schon getan, von Hand geputzt und sorgfältig eingelegt. Wer mag, wärmt den Fisch kurz an oder hebt ihn unter Pasta, Salat oder Suppe, vielseitig ist jede Dose ohnehin.
Wildfang, Bornholm-Öl und eine recycelbare Dose
Nachhaltigkeit liegt den drei Gründern am Herzen, dafür sprachen sie mit Fischern, Wissenschaftlern, Köchen und anderen Fachleuten.
Die meisten Fische und Schalentiere stammen aus Wildfang und sind MSC-zertifiziert. Lachs und Forelle wachsen langsam in kalten Gewässern, die selbst im Sommer kaum über 10,5 Grad steigen, der Hering zieht in riesigen Schwärmen bis in 200 m Tiefe durch die Norwegische See. Muscheln gedeihen fast CO2-neutral, ganz ohne Futter, und kleine, fettreiche Fische wie der Brisling tun dem Meer und dem Teller gleichermaßen gut.
Das Rapsöl ist kaltgepresst und kommt von der Insel Bornholm, die Kräuter von einem kleinen Importeur auf Fünen, alle weiteren Zutaten aus biologischem Anbau. Die Dosen sind aus Aluminium und zu 100 Prozent recycelbar, ihr Inhalt hält bei Raumtemperatur lange, ganz ohne Kühlung und ohne Energie. Die Aluminiumdosen lassen sich immer wieder verwerten, ein Kreislauf, der gut zum Norden passt.
Mit 70 Prozent Fisch und oft mehr steckt in jeder Dose vor allem das, worauf es ankommt, dazu nur Öl, Salz und ein paar Kräuter. So bleibt wenig liegen und wenig verdirbt, ein leiser, praktischer Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung. Neben dem Fisch gibt es bei Fangst auch die Schwesterlinie Høst mit pflanzlichen Aufstrichen und Pickles, doch im Mittelpunkt steht das Meer.
Das Design, das viele zuerst verführt
Viele greifen bei Fangst zuerst wegen der Dose zu, das skandinavische Design ist längst ein kleiner Hingucker auf jedem Tisch.
Klippen, raue Wasser, dunkle Wälder und hier und da eine Beere oder Blüte, die Etiketten erzählen vom Norden, bevor man die Dose überhaupt öffnet. Nicht wenige kaufen sie zunächst als Geschenk fürs Auge und entdecken den feinen Inhalt erst danach. Fangst nennt das Ganze Nordic style tapas, einfaches Teilen statt langem Kochen. Genau das macht die Dosen zu einem schönen Geschenk, das obendrein richtig gut schmeckt.
Geführt wird Fangst inzwischen von Feinkosthändlern in halb Europa und darüber hinaus, von Caputo's in den USA bis zum Tinned Fish Market in London. Die kleine Manufaktur sitzt im Fleischviertel von Kopenhagen, im Sommer auch in Gudhjem auf der Insel Bornholm, wo das gute Rapsöl herkommt. So bleibt die Marke nah an Meer und Material. Wer dort vorbeischauen möchte, ruft am besten vorher an, geöffnet ist nur, wenn die drei selbst da sind.
Womit du am besten anfängst
Wenn du Fangst noch nicht kennst, starte mit einem Klassiker, am besten dem, der dir am Gaumen liegt.
Uns schmeckt der geräucherte Färöer-Lachs besonders gut, er gehört zu den meistgekauften Dosen bei uns, zart und rauchig auf frischem Brot. Wer es würziger mag, greift zu den geräucherten Sprotten aufs Butterbrot, wer Muscheln liebt, zu den geräucherten Miesmuscheln aus dem Limfjord. Als Mitbringsel machen die hübschen Dosen ohnehin Freude, ein nordischer Gruß für jeden, der gutes Essen mag. Probier ruhig quer durchs Sortiment, von der kleinen Sprotte bis zur edlen Herzmuschel ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Stell ein paar davon auf den Tisch, dazu gutes Brot, eine Zitrone und einen knackigen Salat, mehr braucht es nicht für ein nordisches Tapas-Essen. Kühl bei etwa 8 Grad serviert kommen die Aromen am schönsten zur Geltung. Jede der elf Dosen erzählt ein Stück Norden, von der Ostsee über die Färöer-Inseln bis zum Limfjord. Probier dich einfach durch, der Norden hat mehr zu bieten als du denkst. God appetit, wie die Dänen sagen.