Kusmi Tea bringt russische Teekunst nach Paris
Kusmi Tea ist ein Pariser Teehaus mit russischen Wurzeln: 1867 in Sankt Petersburg gegründet, seit 1917 an der Avenue Niel in Paris zuhause. Heute mischt Kusmi seine Bio-Tees in der Normandie – nach Rezepturen, die teils älter sind als der Eiffelturm. Kein Beuteltee von der Stange, sondern Mischkunst mit Geschichte.
Kusmi Tea steht für feinen Bio-Tee aus Paris – aromatisierte Schwarztees, Grüntees und koffeinfreie Aufgüsse, deren älteste Rezepturen bis ins Zarenreich zurückreichen. Was Pavel Kousmichoff 1867 in Sankt Petersburg begann, führt heute die Familie Orebi mit französischem Esprit fort: mehr als 25 Sorten in den berühmten bunten Dosen, gemischt in der Normandie, von der ikonischen Anastasia bis zum spritzigen Mate-Grüntee Expure Addict.
Vom Zarenhof an die Avenue Niel
Die Geschichte von Kusmi Tea beginnt 1867, als der junge Teehändler Pavel Kousmichoff in Sankt Petersburg sein erstes eigenes Teehaus eröffnet. Mit 14 Jahren war Pavel als Laufbursche in den Teehandel gekommen, zur Hochzeit schenkte ihm sein Lehrherr ein kleines Geschäft – der Anfang einer erstaunlichen Karriere.
Pavel hatte ein gutes Händchen und eine feine Nase: Er mischte Tees mit Früchten, Blüten und Gewürzen, welche die Petersburger Gesellschaft begeisterten. Um 1880 trank man Kusmi am Zarenhof, um 1901 zählte das Haus zehn Teeläden in der Stadt. Sein Sohn Wjatscheslaw dachte größer, eröffnete 1907 die erste Filiale in London und übernahm nach dem Tod des Vaters 1908 das Geschäft.
1917 war Kusmi auf 51 Teehäuser in den großen Städten Russlands angewachsen – dann kam die Revolution. Die Familie floh nach Paris und begann an der Avenue Niel noch einmal von vorn. Aus Kousmichoff wurde Kusmi Tea, aus dem russischen Hoflieferanten ein Pariser Teehaus, das die Rezepturen seiner Heimat im Gepäck behielt. Vielleicht liegt genau darin der Reiz dieser Marke: Jede Tasse erzählt von zwei Welten, vom Samowar und vom Pariser Boulevard.
Russische Mischungen, Klassiker und moderne Kreationen
Bei nur Gutes findest du mehr als 25 Kusmi-Sorten – als losen Tee in der Dose und viele davon auch im praktischen Teebeutel für unterwegs. Die Beutel-Versionen mit je 20 Aufgussbeuteln folgen derselben Bio-Rezeptur wie der lose Tee, du musst also geschmacklich auf nichts verzichten.
Das Herzstück sind die russischen Mischungen nach historischen Rezepturen: Anastasia, der Earl Grey mit Orangenblüte, benannt nach der rätselhaften Zarentochter. Prince Wladimir mit Zitrus und Nelke nach einem Rezept von 1888. Und Bouquet de Fleurs N°108, die älteste Mischung des Hauses aus dem Jahr 1880 – sie wurde komponiert, da stand der Eiffelturm noch gar nicht.
Daneben stehen die Schwarztee-Klassiker English Breakfast, Earl Grey und der karamellige Sankt Petersburg. Der Morgentee N° 24 vereint gleich drei Schwarztees aus Yunnan, Ceylon und Assam zur klassischen russischen Morgenmischung – kräftig genug, um einen verschlafenen Montag zu retten. Bei den Grüntees reicht die Spannweite von der marokkanischen Nana Minze bis zum würzigen Label Impérial.
Moderne Kreationen wie Expure Addict mit Grapefruit und Mate, der süß-würzige Sweet Love mit rosa Pfeffer oder die Mate-Grüntee-Mischung Boost zeigen, dass das alte Haus bis heute Lust am Experiment hat – Expure Addict hat es bei uns längst zum Bestseller gebracht.
Wer es koffeinfrei mag, greift zu Früchtetee und Rooibos: AquaRosa mit Hibiskus aus Ostafrika, südafrikanischer Rotbusch mit Bourbon-Vanille oder zart-nussiger Mandel. Und im Winter duftet es nach Tsarevna und Glögg – limitierte Weihnachtstees, auf welche sich unsere Kundschaft jedes Jahr aufs Neue freut.
Bio seit 2020, gemischt in der Normandie
Seit 2020 ist das Kusmi-Sortiment vollständig bio-zertifiziert – kreiert, gemischt und abgefüllt in den eigenen Werkstätten in Saint-Vigor-d'Ymonville bei Le Havre, in der Normandie.
Hinter dieser Neuausrichtung stehen Sylvain und Claude Orebi, welche das traditionsreiche Haus 2003 übernahmen und ihm neuen Schwung verliehen. „Im 19. Jahrhundert kreierte Pavel Tees mit Früchten, Blumen und Gewürzen, um die Geschmacksknospen seiner Kunden zu erfreuen", schreibt Sylvain Orebi über den Gründer – und genau diese Lust am Mischen treibt das Haus bis heute an.
Doch Tradition kann nicht ohne Innovation existieren: Rund 550 Mitarbeitende entwickeln in der Normandie und in Paris neue Rezepturen, immer auf Basis von Bio-Tees und Zutaten natürlichen Ursprungs. Die Teeblätter kommen aus den klassischen Anbauländern, gemischt und aromatisiert wird ausschließlich in Frankreich – kurze Wege vom Hafen Le Havre in die Werkstatt inklusive.
Geblieben sind die farbenfrohen Metalldosen, welche seit jeher zum Markenzeichen gehören. Sonnengelb, ofenrot, tiefblau stehen sie im Regal – sammelwürdig, dekorativ und ganz nebenbei der beste Schutz für lose Teeblätter, denn Licht und Luft sind die natürlichen Feinde des Aromas. Wer einmal eine Kusmi-Dose besessen hat, wirft sie selten weg – sie wird nachgefüllt, hütet Kleinkram oder wandert als Vase aufs Fensterbrett. So sieht gelebte Nachhaltigkeit aus, ganz ohne große Worte.
B Corp und eine Auswahl für den Élysée
Kusmi Tea trägt das B-Corp-Siegel, eine der strengsten Zertifizierungen für soziales und ökologisches Wirtschaften – und stellt für den Élysée-Palast eine eigene Tee-Auswahl zusammen.
Das B-Corp-Label bewertet Unternehmen nach ihrem gesamten Wirken, von den Lieferketten über die Arbeitsbedingungen bis zur Umweltbilanz – bestanden wird nur mit nachgewiesener Substanz, nicht mit schönen Worten. Dass ein Teehaus mit 550 Mitarbeitenden und Boutiquen auf mehreren Kontinenten diese Hürde nimmt, verdient Respekt.
Auch Sternekoch Alain Ducasse kuratiert eine persönliche Auswahl aus dem Kusmi-Sortiment. Wenn der Amtssitz des französischen Präsidenten und einer der renommiertesten Köche Frankreichs demselben Teehaus vertrauen, sagt das mehr als jede Werbekampagne. Über 150 Jahre Mischkunst, von Sankt Petersburg über Paris in die Normandie – alle Achtung.
Wir mögen Anastasia zum Sonntagsfrühstück
Unsere Empfehlung für den Einstieg in die Kusmi-Welt: Anastasia, der blumige Earl Grey, zum späten Sonntagsfrühstück mit Croissants und Orangenmarmelade.
Der Grüne Tee Nana Minze passt wunderbar nach einem üppigen Essen, so wie man ihn in Marokko zu jeder Gelegenheit reicht – im Sommer schmeckt er aufgegossen und gut gekühlt auch als Eistee. An kalten Tagen hat es uns Tchai of the Tiger angetan: würzig, wärmend, mit Ingwer, Kardamom und Zimt, ein Schluck und der Tag wird weicher.
Im Advent gehört der Glögg Winter-Früchtetee für uns zur Saison wie Kerzenschein und Spekulatius – die Mischung übersetzt den schwedischen Würzwein in eine Tasse Tee, ganz ohne Alkohol. Damit jede Sorte ihr volles Bouquet entwickeln kann, gönn den Blättern Zeit: Schwarztee mag kochendes Wasser und vier bis fünf Minuten Geduld, Grüntee zieht lieber kürzer bei etwa 80 Grad.
Ein Tipp fürs Verschenken: Die bunten Kusmi-Dosen machen schon als Mitbringsel eine gute Figur, ob einzeln oder im Duett mit einer schönen Tasse. Du magst Tee mit Geschichte? Dann lohnt auch ein Blick zu A.C. Perch's Thehandel aus Kopenhagen, dem ältesten Teegeschäft Skandinaviens – seit 1835 in der Kronprinsensgade zuhause und damit ein würdiger Verwandter im Geiste. Ob lose oder im Beutel, ob Zarenklassiker oder Mate-Neuentdeckung – probier dich durch!