Die französische Limonade mit dem Bügelverschluss aus dem Doubs
La Mortuacienne ist eine handwerklich hergestellte französische Limonade der Maison Rième, abgefüllt in die Bügelflasche mit eingeprägtem Wappen. Zehn Sorten, ein Grundrezept seit 1921, vier Generationen einer Familie. Bei uns findest du 16 Artikel, in der Ein-Liter-Flasche und in der kleinen Gastroflasche.
La Mortuacienne ist die Limonade der Maison Rième aus Morteau im französischen Hochtal des Doubs. Französisch, handwerklich, beständig: Seit 1921 entsteht sie nach demselben Grundrezept, und ihr Erkennungszeichen ist die schwere Bügelflasche mit dem Plopp beim Öffnen. Wir führen 16 Artikel der Marke, vom Klassiker mit Zitrone bis zur Wintersorte mit Apfel und Gewürzen.
Ein Name, der den Frauen eines Städtchens gehört
Wer den Namen La Mortuacienne zum ersten Mal liest, stolpert. Er klingt nach Latein und ist es auf Umwegen auch.
Morteau heißt der Ort im Haut-Doubs, gut zwanzig Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, und seine weiblichen Einwohner heißen dort Mortuaciennes. Nach ihnen benannte Marcel-Alcide Rième 1921 sein Getränk. Eine Limonade nach den Frauen des eigenen Ortes zu benennen war eine Freundlichkeit, die über hundert Jahre überdauert hat.
Bekannt ist die Gegend sonst für ganz andere Dinge, für geräucherte Wurst und für Uhrmacherei. Dass ausgerechnet von hier die bekannteste handwerkliche Limonade Frankreichs kommt, ist einer jener Zufälle, die eine Marke interessant machen.
Bis heute steht der Name auf jeder Flasche, auch auf denen, die längst in London, Kopenhagen oder Montreal im Regal stehen.
Vier Generationen, vier Beiträge
Die Geschichte der Maison Rième lässt sich an vier Personen erzählen, und jede hat etwas hinzugefügt, ohne das Vorherige umzuwerfen.
Marcel-Alcide Rième begann 1921 gemeinsam mit seinem Schwager Adrien Bouhéret. Beide waren zwanzig. Ihr Kniff war das keimfreie Wasser, wie Marcel es von Beginn an durchsetzte, zu einer Zeit, in der die meisten Haushalte ihre Limonade selbst ansetzten und niemand für Sauberkeit garantieren konnte. Wer eine ihrer Flaschen kaufte, kaufte Verlässlichkeit mit.
Sein Sohn Jean übernahm 1960 und erweiterte das Geschäft um Mineralwasser. Enkel Didier folgte 1981, verlegte die Abfüllung ins größere Beure bei Besançon und begann, das Sortiment zu öffnen. So entstand unter anderem der Tannensirup, wie Didier ihn in jenen Jahren entwickelte und der später zu einer eigenen Limonade wurde.
Seit 2001 arbeitet Benoît im Haus, in vierter Generation, und kümmert sich vor allem um den Export. Unter ihm wuchs das Sortiment auf zehn Sorten, und die Flaschen fanden ihren Weg nach Großbritannien, Skandinavien und Nordamerika.
2021 wurde die Marke hundert Jahre alt. Rund 5 Millionen Flaschen verlassen das Haus heute pro Jahr. Alle Achtung.
Warum handwerkliche Limonade anders schmeckt
Der Unterschied zu industrieller Brause entsteht früh, nämlich beim Zuckersirup, und er kostet vor allem eines: Zeit.
Der Zucker löst sich bei Rième kalt, in einer Sirogène genannten Kupferröhre von 1,5 Metern Höhe, in Wasser von 11 Grad. Nach unten bewegt sich die Lösung ohne Pumpe, nur durch ihr eigenes Gewicht, und passiert dabei mehrere Filterlagen. Niemand rührt, niemand erhitzt.
Wärme wäre schneller. Sie löst Zucker in Minuten statt Stunden, verändert aber die Aromen und macht den Sirup stumpf. Wer stattdessen wartet, bekommt eine klarere Basis, und im fertigen Getränk zeigt sich das als feinere, länger stehende Perlage.
Bei den Aromen arbeitet das Haus mit natürlichen Frucht- und Zitrusauszügen. Der Zuckergehalt liegt je nach Sorte zwischen 7,9 und 9,2 Gramm auf hundert Milliliter. Das ist schlanker als bei vielen Industriebrausen, macht die Limonaden aber nicht zu Diätgetränken. Sie sind Limonade und schmecken auch so, nur eben ohne die klebrige Süße, die einem den Mund zuzieht.
Wie deutlich der Unterschied ausfällt, hängt von der Sorte ab. Bei der Zitrone merkst du ihn an der sauberen Säure, bei der Grapefruit an der Bitterkeit, die stehen bleibt statt weggezuckert zu werden.
Warum die Flasche in jedem Bistro steht
Kaum ein Getränk wird so sehr über sein Gebinde erkannt wie La Mortuacienne. Wer die Flasche einmal auf einem Tresen stehen sah, erkennt sie überall wieder.
Das Glas ist schwer und trägt das Familienwappen als Relief, verschlossen wird es mit einem Porzellanstöpsel am Metallbügel. Beim Öffnen entsteht jenes kurze, satte Geräusch, das Kronkorken nicht können und das jeder sofort einordnet.
Dass Bars und Bistros die Marke gern führen, hat also nicht nur geschmackliche Gründe. Eine solche Flasche stellt man auf den Tisch, statt sie in der Küche zu entleeren. Sie sieht nach etwas aus und liegt gut in der Hand.
Neben dem Liter gibt es die 0,33-Liter-Gastroflasche mit Schraubverschluss, die sich wieder verschließen lässt und deshalb mit in den Rucksack darf. Zum Kaufpreis kommt jeweils Pfand hinzu.
Welche Sorte passt zu dir
Zehn Sorten klingen nach Qual der Wahl, sortieren sich aber in drei Richtungen: klar und säurebetont, herb und bitter, süß und rund.
Klar und säurebetont ist die Zitronen Limonade, der Klassiker des Hauses, spritzig mit sauberem Abgang. Noch zurückhaltender zeigt sich die klare Limonade ohne Farbstoff, zart zitronig und die schlichteste im Sortiment.
Die herbe Richtung führt die pinke Pampelmousse Limonade an, reine Grapefruit mit deutlicher Bitternote und der heimliche Liebling hinter Theken. Komplexer wird es bei der Pink Agrumes Limonade, in der vier Zitrusfrüchte zusammenspielen.
Süß und rund geht es bei der Orangen Limonade zu, welche bei Tisch alle mögen, und bei der Mandarine Limonade. Eigene Wege gehen die Cola Limonade mit karamelligen Noten und die Grenade Limonade mit Granatapfel.
Trink sie kalt, zwischen 6 und 8 Grad, pur mit einer Scheibe Zitrone oder mit einem Schluck Prosecco aufgegossen. Als Basis für Longdrinks taugen vor allem die herben Sorten, denn sie halten Alkohol stand, wo süße Brause zusammenbricht. Am besten probierst du dich einfach quer durch.
Im deutschen Lebensmittelhandel begegnet dir La Mortuacienne selten, im Getränkeregal der großen Ketten praktisch nie. Sie ist eine Spezialität für den Fachhandel und die Gastronomie geblieben, weshalb viele sie zuerst in einem Bistro entdecken und danach suchen, wo sie die Flaschen nachkaufen können.
Bei uns bekommst du alle 16 Artikel der Marke, die großen Bügelflaschen ebenso wie die kleinen Gastroflaschen, einzeln bestellbar und deutschlandweit versandt. Wer mehrere Sorten nebeneinander stellt, hat übrigens ein hübsches Mitbringsel: vier verschiedene Flaschen La Mortuacienne in einer Kiste machen auf jedem Gabentisch etwas her.
Wer regelmäßig trinkt, bestellt ohnehin kistenweise. Die Bügelflaschen stapeln sich gut, halten ungeöffnet lange und sehen im Regal besser aus als jede Plastikflasche.
Und falls du dich nicht entscheiden kannst, fang mit der Zitrone an. Sie ist der Ausgangspunkt, von dem aus sich alle anderen Sorten einordnen lassen. Danach weißt du, ob es dich eher in die herbe oder in die fruchtige Richtung zieht.