Biscotti con Cioccolato mit groben Stücken und Orangenöl
Biscotti con Cioccolato sind dunkle Kakaokekse aus der Toskana, in welchen grobe Stücke stecken statt feiner Splitter. Fratelli Lunardi formt sie in Quarrata von Hand und würzt den Teig mit Meersalz aus Cervia und ätherischem Orangenöl.
Biscotti con Cioccolato sind mürbe Schokokekse der toskanischen Backstube Fratelli Lunardi, gebacken in Quarrata bei Pistoia. A grossi pezzi steht auf der roten Tüte, in groben Stücken, und das ist der ganze Gedanke. Wer hineinbeißt, trifft nicht auf Krümel, sondern auf ein Stück, welches noch schmilzt, wenn der Keks längst zerfallen ist. Im Haus heißt er schlicht der König der Schokoladenkekse.
Dunkel, mürbe, mit einem Hauch Orange
Der Teig ist tiefbraun bis fast schwarz, die Krume fein und weich – ein Keks, welcher eher bröselt als knackt.
Bei Zimmertemperatur zeigt sich, wofür diese Rezeptur gebaut ist. Erst kommt der Kakao, herb und trocken, dann die Butter, welche ihn abrundet, und ganz hinten ein Zitrusbogen. Ätherisches Öl aus italienischen Orangen steht als vorletztes Wort auf der Zutatenliste, und man schmeckt es. Natürliches Meersalz aus Cervia hält das Ganze zusammen und verhindert, dass die Süße kippt.
Die groben Stücke bestehen aus Kakao mit Kokosfett, 15 Prozent Magerkakao und 3 Prozent Kakaobutter stecken darin. Im Teig selbst sitzen zusätzlich 6 Prozent Zartbitterschokolade. Das Ergebnis ist weicher im Biss als eine Tafel und erkennbar dunkler als die hellen Cantucci Toscani IGP aus derselben Backstube.
Wer Kekse mit scharf splitternden Schokoladensplittern gewohnt ist, erlebt hier das Gegenteil. Die Stücke geben nach, sie zerfallen nicht, und sie bleiben spürbar, bis der letzte Bissen weg ist. Genau dafür steht der Satz auf der Tüte.
Warme Kekse reden, kalte schweigen
Kalt aus dem Vorratsschrank bleibt der Kakao stumm. Ein leicht angewärmter Keks entfalte Geschmack und Schmelz am stärksten, verrät das Haus als kleines Geheimnis, und eine halbe Stunde bei Raumtemperatur genügt dafür schon.
Der Espresso ist das naheliegende Gegenüber, weil seine Röstnote den Kakao aufnimmt statt ihn zu überdecken. Ein Glas toskanischer Rotwein funktioniert ebenso, und wenn du es kühl magst, legst du zwei Kekse neben eine Kugel Vanilleeis. Zum Frühstück in die Milch getunkt sind sie in Italien ohnehin erlaubt.
Die 200 Gramm sind die Größe für den Küchenschrank, die Menge für zwei bis drei Kaffeerunden. Wenn bei dir öfter Gäste sitzen, steht derselbe Keks auch in der großen 400 Gramm Tüte bereit.
Von Hand geformt in der Backstube von Quarrata
Fatti a mano in Toscana steht unten auf der Tüte. Geformt werden die Kekse in Quarrata, einer Kleinstadt zwischen Pistoia und Florenz.
Angefangen hat dort 1966 eine Dorfbäckerei mit kleinem Laden, das sind inzwischen 60 Jahre Ofenbetrieb an derselben Adresse. Massimiliano und Riccardo Lunardi, die Söhne des Hauses, übernahmen sie später und stellten der Überlieferung eine Frage: Warum muss ein toskanischer Keks trocken sein?
Butter, antworten Massimiliano und Riccardo, und daraus wurde eine ganze Reihe, von Mandel über Zitrone bis zu diesem dunklen Stück hier. Die Rezeptur bleibt toskanisch, der Fettanteil ist es nicht mehr, und genau in dieser Verschiebung liegt der Unterschied zum harten Klassiker. Für diesen dunklen Keks steht das Rezept seit über 25 Jahren unverändert, weil sich an einem richtigen Weg nichts ändern lässt. Daneben backt das Haus Brot, Panettone und Schiacciata.
Die rote Tüte mit den gezeichneten Keksen gehört zu jener Verpackungsfamilie, wie Betty Soldi sie als Kalligrafin in Florenz für das Haus entworfen hat. Jung, farbig, ohne Toskana-Klischee. Dass die Kekse heute bei Harrods in London und bei Käfer in München liegen, hat mit beidem zu tun, mit dem Inhalt und mit der Tüte.
Das übrige Sortiment der Brüder findest du bei Fratelli Lunardi, verwandte Klassiker im Süßgebäck. Grobe Stücke, weiche Krume, ein Hauch Orange – dafür lohnt sich die halbe Stunde Wartezeit.