Obstbrände von Schladerer aus der Hausbrennerei seit 1844
Obstbrände von Schladerer sind Handwerk aus Staufen im Breisgau, wo die Familie in sechster Generation Kirschen, Birnen und Himbeeren zu Bränden, Geisten und Liqueuren verarbeitet. Eine Flasche Schwarzwälder Kirschwasser braucht bis zu 800 Kirschen, die alle im Schwarzwald gewachsen sind.
Schladerer ist eine Familienbrennerei am Fuß des Schwarzwalds, am Ausgang des Münstertals. Neben Williams Birne und Wald Himbeergeist entstehen der GRETCHEN Gin und der Aperitif VINCENT, den es auch alkoholfrei gibt. Seit 2010 führt Philipp Schladerer das Haus mit knapp 40 Mitarbeitenden.
Sixtus schenkte seinen Gästen die eigenen Brände aus
Die Brennerei Schladerer beginnt in einer Gaststube in Staufen, in der Sixtus ab 1844 seinen Gästen Obstbrände ausschenkte, die er selbst gebrannt hatte. Seine Hausgäste waren von diesen Bränden begeistert, und als sein Sohn Hermann übernahm, gehörten zum Gasthaus auch Landwirtschaft, Weinbau und die Brennerei. Hermanns Chriesiwässerli, wie das Kirschwasser auf Alemannisch heißt, wurde zum begehrten Hausgetränk.
Hermanns Sohn Alfred, ein gelernter Gastronom mit einer Ausbildung in Frankreich und England, folgte ihm und baute die Hausbrennerei aus. Welches Gespür er dafür hatte, wie eine Marke aussieht, zeigt die Vierkantflasche, die er 1932 entwarf und an der sich Schwarzwälder Obstbrände bis heute orientieren.
Greta, seine Frau, nahm die Brennerei in die Hand, als Alfred früh starb, und machte die Marke international bekannt. Nach ihr führte ihr Adoptivsohn Nicolaus das Haus, und heute steht dessen Sohn Philipp an der Spitze. Unter ihm hat sich die Brennerei zu ihrem 175-jährigen Bestehen 2019 optisch und inhaltlich neu aufgestellt.
Obstbrände, die nach Kirsche, Birne und Waldhimbeere schmecken
Im Mittelpunkt der klassischen Obstbrände steht das Schwarzwälder Kirschwasser, gebrannt aus Süßkirschen der alten Sorten Dollenseppler, Schwarze Schüttler und Benjaminler. Es riecht intensiv nach Kirsche, ein dunkler Ton erinnert an Zartbitterschokolade, und die Frucht bleibt lange. Wie selbstverständlich es in die Gegend gehört, zeigt die Schwarzwälder Kirschtorte – nach den Leitsätzen für Feine Backwaren muss man das Kirschwasser in ihr deutlich schmecken.
Für die Williams Birne werden die Früchte goldgelb geerntet, im Markgräflerland und in Alpentälern, und kühl vergoren. Zuerst wirkt sie mild, dann wird sie saftig nach vollreifer Birne und zeigt eine würzige Seite, die an Muskatblüte und Pfeffer erinnert.
Die wilden Waldhimbeeren für den Wald Himbeergeist werden in den Höhenlagen der Karpaten von Hand gepflückt und sind gekühlt binnen zwei Tagen in Staufen. Für einen Geist legt man die Beeren unvergoren in Alkohol ein und destilliert sie erst danach, damit ihr Duft nicht in der Gärung verloren geht. Fein und klar schmeckt er nach Himbeere, lange über den letzten Schluck hinaus.
Daneben gehören Obstwasser, Zwetschgenwasser, Mirabell und Schlehengeist zum Programm. Bei den Alten Sorten reifen die Brände zusätzlich im Holzfass oder werden mit fassgelagerten Spirituosen verbunden. Die Feinen Milden, als Digestif gedacht, haben weniger Alkohol und sind mit Fruchtauszügen und Saft verfeinert. Die nummerierten Raritäten beginnen vor der Haustür bei der Zibarte, einer wilden Pflaumenart aus Baden, und reichen über die Wildschlehe aus den Karpaten bis zur Haselnuss aus der Schwarzmeerregion.
Reife Frucht, so nah wie möglich, und viel Handarbeit
Ein guter Schnaps beginnt lange vor dem Brennkessel, und wer zwischen Kirschbäumen steht, ahnt, wie viel Arbeit vor dem ersten Tropfen liegt. Für das Kirschwasser werden jedes Jahr rund 2.000 bis 3.000 Bäume bewirtschaftet.
Auch das übrige Obst kommt, wann immer es möglich ist, aus der Umgebung, die Williams-Birnen etwa zunehmend von Landwirten der Region. Die Verpackung stammt möglichst aus Deutschland oder den Nachbarländern.
In der Brennerei wird bis heute weitgehend von Hand und nach traditionellen Verfahren gearbeitet. Auf eigenen Streuobstwiesen wächst Obst in biologischem Anbau, und der Milde Bio-Naturschnaps war das erste Bio-Erzeugnis des Hauses, kontrolliert von der Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-003.
Als eines der ersten deutschen Spirituosenunternehmen nennt die Brennerei auf den neuen Etiketten der Klassiker, der Feinen Milden und der Liqueure auch die Nährwerte. „Die gesamte Lebensmittelbranche entwickelt sich hin zu mehr Transparenz und Verantwortung. Wir wollen für den Spirituosenbereich mit gutem Beispiel vorangehen!“, sagt Philipp.
Ein Gin für Greta und ein Aperitif für den frühen Abend
1947 widmete Alfred seiner Frau Greta ein Hausrezept für Gin, und nach diesem Rezept entsteht heute der GRETCHEN Distilled Dry Gin. Achtzehn Pflanzenzutaten gehen dafür in die originale Brennblase, dazu kommen ein Quittendestillat und Fichtensprossen. Laut Philipp ist Gin Tonic „der Drink, mit dem Greta an sonnigen Nachmittagen am liebsten in ihrem Rosengarten saß“.
Auch der Schwarzwald Maraschino geht auf Alfred zurück, ein Liqueur, in dem ein Geist aus Maraska-Kirschen und das Destillat von Sauerkirschen aus dem Schwarzwald zusammenkommen. Zu den übrigen Liqueuren des Hauses gehören der GRETCHEN Sour Cherry Gin Liqueur, Fruchtliqueure wie Wald Himbeer und Quitte und Sahne-Liqueure wie Espresso Cream.
Der klassische VINCENT ist der Aperitif des Hauses mit Alkohol, ein Frucht-Bitter, für den die Kräuterauszüge und das Destillat frischer Himbeeren in der eigenen Brennerei entstehen. Seine Zeit ist der frühe Abend, wenn die Sonne tief steht und die Terrasse noch warm ist.
Mit der Neuausrichtung zum Jubiläum kam eine alkoholfreie Fassung mit eigener Rezeptur hinzu, in der natürliches Aroma den Geschmack trägt. Bittersüß schmeckt sie nach Kräutern und reifer Himbeere, und mit Tonic Water oder alkoholfreiem Sekt aufgefüllt eröffnet sie einen Abend genauso festlich wie ein Glas Sekt.
In Staufen lädt die Brennerei zur Führung, an die Bar und ins Lädele
In Staufen soll um 1540 der Doktor Faust gestorben sein, so erzählt es die Überlieferung. Über dem Ort ragt bis heute die Ruine der alten Burg auf. Die Stadt liegt in der Vorbergzone des Schwarzwalds, in der das Klima mild ist. Im Südwesten beginnt das hügelige Markgräflerland, aus dem die Süßkirschen für das Markgräfler Chriesiwässerli kommen, das wie schon im 19. Jahrhundert im Eschenholzfass lagert.
Am Alfred-Schladerer-Platz 1 lädt die Brennerei zu Führungen ein, und zum Haus gehören in Staufen auch eine Bar und das Lädele, der Laden der Brennerei. So lässt sich ein ganzer Nachmittag zwischen Altstadt, Burgberg und Brennerei verbringen.
Aus diesem Sortiment haben wir zuerst den alkoholfreien VINCENT für dich ausgewählt, und du findest ihn im Raster unter diesem Text. Daneben gibt es bei uns eine Auswahl an Spirituosen anderer Häuser sowie an alkoholfreien Aperitifs und alkoholfreien Spirituosen. Das Kirschwasser gehört in die Torte, der Gin in Gretas Rosengarten und der VINCENT auf die Terrasse.