Schokokugeln Knickebein von Sawade mit doppelter Likörfüllung
Schokokugeln Knickebein von Sawade sind Pralinenkugeln mit zwei Füllungen in einer Hülle, hausgemachtem Eierlikör und Kirschlikörfondant, überzogen mit Edelbitterschokolade. Kein einfacher Likörkern, sondern ein Berliner Klassiker aus dem neunzehnten Jahrhundert, und wegen des Alkohols eine Sorte für Erwachsene.
Schokokugeln Knickebein sind gefüllte Pralinenkugeln von Sawade in Berlin-Reinickendorf, je rund 16 g schwer und einzeln in lachsrosa Papier eingedreht. In derselben Schale liegen der hausgemachte Eierlikör und ein Fondant aus Kirschlikör und Sauerkirschen nebeneinander, außen eine Hülle aus Edelbitterschokolade. Fünf Kugeln kommen bei uns in einen Cellobeutel, oben zusammengefasst von einer Schleife, was 80 g für den Abend ergibt.
Cremig trifft auf säuerliche Kirsche
Beide Füllungen kommen gleichzeitig an, und weil sie sich in der Kugel nicht vermischen, heben sie sich im Mund gegenseitig heraus.
Der Eierlikör ist rund und weich, der Kirschfondant hell und säuerlich, und dazwischen steht die Bitterkeit der dunklen Hülle. Cremig, fruchtig, herb – drei Richtungen in einem Bissen, und keine kippt ins Süße. Genau deshalb bleibt diese Kugel trotz zweier Liköre erstaunlich frisch. Das lachsrosa Papier zwischen den dunklen Sternenenden kündigt die Kirschseite schon vor dem Auswickeln an.
Die Farbe holt sich die Kirschseite aus Holunderbeeren, sichtbar wird sie erst beim Aufbeißen. Bei 16 g je Stück passt die Kugel bequem in einen Bissen. Weil beide Füllungen weich sind, gehört die Kugel im Ganzen in den Mund, sonst läuft die Hälfte daneben und der ganze Trick fällt aus.
Ein Likörglas, übersetzt in eine Kugel
Knickebein war ursprünglich kein Konfekt, sondern ein geschichtetes Likörglas, in dem Eigelb und Spirituose getrennt übereinanderstanden.
Erst im Mund kamen die Schichten zusammen, und genau dieses Prinzip überträgt Sawade in die Praline. Je sauberer die beiden Massen nebeneinander in die Schale gefüllt werden, desto deutlicher lässt sich der alte Trick nachschmecken.
Für die Kirschseite arbeitet das Haus mit Kirschlikör, Sauerkirschsaft und ganzen Sauerkirschen, den Eierlikör setzt es ohnehin selbst an. Kirschlikör und Weinbrand stehen beide in der Rezeptur, weshalb diese Sorte Erwachsenen vorbehalten bleibt. Wer den Beutel weitergibt, sagt den Hinweis auf den Alkohol am besten gleich dazu.
Ein alter Berliner Name, neu gewickelt
In der Wittestraße 26e in Berlin-Reinickendorf schleudert Sawade die Hohlkörper im eigenen Haus, füllt sie nach dem Erkalten und wickelt jede Kugel einzeln ein.
Rund 75 Menschen arbeiten dort an Pralinen, die Berlin seit 1880 kennt. Georg Hanemann übernahm es 1933 und führte es durch schwierige Jahrzehnte, und dass ein Name wie Knickebein das überdauert hat, sagt etwas über die Berliner Treue zu ihren Klassikern. Seit 2013 führen Melanie und Benno Hübel das Haus, in dem dieser Klassiker weiterhin von Hand gefüllt wird.
Viele Gäste kennen den Namen und die Praline dazu nicht, was den Beutel zu einem dankbaren Mitbringsel macht. Über Knickebein lässt sich am Tisch länger reden als über die meisten anderen Sorten.
Knickebein mag den späten Abend, wenn der Teller nach der Bescherung noch einmal herumgeht. Kühl, dunkel und trocken bleiben beide Füllungen cremig, in der Wärme drücken sie gegen die Hülle und im Kühlschrank werden sie zäh. Nur mit Eierlikör und ohne Kirsche gibt es die Schokokugeln Eierlikör, gemischt in der großen Bonbonniere Mistelzweig. Mehr aus Berlin steht bei Sawade Berlin, dazu unsere Weihnachtsauswahl. Berlin in einer Kugel.